Spielraum-Blog

„Wir haben alle unendlich viel mehr Spielraum, als wir wahrnehmen!“ Sylvia Wetzel

In diesem Blog geht es darum, dieses „unendlich viel mehr“ zu erkunden. Gönnen Sie sich den Raum zum Spielen, Lesen, Hören, Experimentieren, Ausprobieren, Wundern und Staunen. Texte, Bilder und Kurzmeditationen laden dazu ein, den Alltag mit frischen Augen zu sehen, Bekanntes aus anderen Perspektiven zu betrachten, Unbekanntes zu entdecken und den Humor nicht zu verlieren.


Einsteigen und bei sich selbst ankommen

20. Juli 2017

Hinsetzen und bei sich selbst ankommen. Garantiert abgasfrei und jederzeit lieferbar.

Als regelmäßige Leserin der Süddeutschen Zeitung kann ich mich nicht erinnern, jemals eine zweiseitige Anzeige auf Seite 2 und 3 gesehen zu haben. Auf Seite eins findet sich eine kleine Meldung, dass  das Verwaltungsgericht in Stuttgart in der geplanten Nachrüstung von alten Diesel-Fahrzeugen keine Alternative zu Fahrverboten sieht. Staatsanwaltschaften ermitteln bei VW, Daimler & Co., da schadet es nicht , das Image ein wenig  aufzupolieren. “Einsteigen und bei sich selbst ankommen.” Mit “bei sich selbst” ist voraussichtlich nicht die Stadtwohnung gemeint, denn gerade da kommt man als gutgläubiger

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Ist Achtsamkeit teilbar?

13. Juli 2017

Unachtsame Muttersau?

Der Pharmakonzern Bayer legt eine Studie zum Thema „Achtsamkeit“ in Familien vor.  Interessant, denke ich mir, das schaue ich mir an. Auf der Bayer-Website ist zu lesen: „Unter der Achtsamkeit, die hier untersucht wurde, versteht man nicht die aktuell häufig besprochene Achtsamkeit sich selbst gegenüber: die aufmerksame und akzeptierende Haltung gegenüber den eigenen Praktiken, Emotionen und Bedürfnissen. Hier geht es um die achtsame Zuwendung gegenüber Dritten. In diesem Fall genauer um die Aufmerksamkeit, Sorge und Empathie, die Eltern ihren Kindern und deren Bedürfnissen

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Das ungastliche Gasthaus

22. Mai 2017

 

“Herzlich Willkommen” oder “Geschlossene Gesellschaft”?

Wie gehe ich achtsam mit Gefühlen und Gedanken um? Wer sich jemals mit dieser Frage beschäftigt hat, steigt über kurz oder lang in Rumis berühmt-berüchtigtem „Gasthaus“ ab. Erbaut im 13. Jahrhundert, vom bekanntesten aller Sufi-Mystiker, verzaubert die einmalige Atmosphäre des Gebäudes auch heute noch seine Besucher:

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.

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Kein Ort nirgendwo

9. Mai 2017

Überraschung in der Sauna

Kennen Sie Raumschiff Enterprise? Die ganz alten Staffeln mit Captain Kirk und Mister Spock? Als Teenager in den 70er Jahren habe ich beim Seriengucken das erste Mal über Smartphone-Kommunikation nachgedacht. Schon irre, nur eine Handbewegung an die Brust und schon waren Scotty und Uhura miteinander verbunden. Wer braucht sowas im richtigen Leben, habe ich mich gefragt?

Ende der 90er schleppte mein Chef stets ein schweres seltsames Gerät mit sich herum, das es ihm ermöglichte, seiner Sekretärin ständig neue Anweisungen zu übermitteln und auch im Auto mit nicht physisch anwesenden wichtigen Menschen zu sprechen.

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Gerade zu Besuch bei mir selbst

2. Februar 2017

Glücklicherweise ist Achtsamkeit nicht ortsgebunden

Einfach ein Ticket in den Fernen Osten buchen – und ohne lästigen Zwischenstopp bei sich selbst landen! Grundentspannt im vollen Lotossitz auf einem Holzsteg sitzen, im Hintergrund die leicht versmogte Skyline einer Millionenmetropole (wahlweise Peking, Tokio oder Shanghai), Zeigefinger und Daumen berühren einander im Gyan Mudra, und ein seliges Halblächeln gereicht jedem Buddha zur Ehre.

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Alles-Schaffer(in)

25. Januar 2017

Alles-Schafferins To-Do-Liste: Muße

Es sind ja eher die Alles-Schafferinnen, oder konkreter die Ich-Muss-Locker-Flockig-Alles-Unter-Einen-Hut-Bringerinnen: Beste Mutter der Welt, Traumkarrierefrau und aufopfernde Tochter, sexy Geliebte und loyale Partnerin. „Dabei stellen Sie hohe Erwartungen an sich selbst“, steht im DAK-Gesundheitsreport 2014 zu lesen: „Perfekt gestylt, voller Tatendrang und brillanter Ideen möchten sie sein – Superfrauen eben.“ All die Heidi Klums, Angelina Jolies und Madonnas können es ja auch. Ist ja auch nichts dabei, ein paar Kinder großzuziehen, drei Tage nach der Geburt wieder über den Laufsteg zu schreiten und dank ein bisschen Yoga niemals zu altern. Nebenbei verdienen die Damen Millionen, retten mal schnell die Welt und nie scheint einer der vielen Bälle, mit denen sie tagtäglich jonglieren, auf den Boden zu fallen.

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Do your thing

14. Januar 2017

Was ist Ihnen wirklich wichtig im Leben?

Tun wir einfach einmal so, als handle es sich hier nicht um Zigarettenwerbung und lassen uns einfach von der Einladung „das eigene Ding zu machen“ inspirieren. Machen Sie Ihr Ding? Wenn ja, was ist Ihr Ding? Wie fühlt es sich an, Ihr Ding zu machen? Woher wissen Sie, dass es Ihr Ding ist? Was passiert, wenn etwas zwischen Sie und Ihr Ding gerät? Ist es immer das gleiche Ding? Ändert sich Ihr Ding? Ändert sich Ihr Ding und bleibt doch immer Ihr Ding? Würden Sie manchmal lieber das Ding von jemandem anderen machen? Was ist die Qualität von Ihr Ding machen? Was hilft Ihnen, Ihr Ding zu machen? Wieviel Zeit widmen Sie Ihrem Ding? Würden Sie gern mehr Zeit mit Ihrem Ding verbringen?

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Alltagsbesieger

7. Januar 2017

„Noch so ein Sieg und ich bin verloren“ Phyrrhus

Wie sähe so ein Sieg gegen den Alltag eigentlich aus? Gewinne ich da Drei-zu Null wie im Fußball? Lande ich auf dem Siegertreppchen und der Alltag bekommt den Trostpreis? Immerhin geht es in diesen Fällen noch um spielerisch sportlichen Wettkampf. Ich könnte auch einen Feldzug gegen den Alltag beginnen oder einen veritablen Krieg vom Zaun brechen. „Vae victis!“ (Wehe den Besiegten), verhöhnte der gallische Feldherr Brennus nach seinem Sieg 387 v. Chr. die Römer. Erst krümmt sich der arme besiegte Alltag noch, um schließlich – wie die Römer – irgendwann erbarmungslos zurückzuschlagen. Will ich für den Rest meines Lebens Krieg gegen den Alltag führen? Mal siege ich, dann wieder er. Ein ewiger Krieg und irgendwann sind auch die größten Ressourcen erschöpft.

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