Spielraum-Blog

„Wir haben alle unendlich viel mehr Spielraum, als wir wahrnehmen!“ Sylvia Wetzel

In diesem Blog geht es darum, dieses „unendlich viel mehr“ zu erkunden. Gönnen Sie sich den Raum zum Spielen, Lesen, Hören, Experimentieren, Ausprobieren, Wundern und Staunen. Texte, Bilder und Kurzmeditationen laden dazu ein, den Alltag mit frischen Augen zu sehen, Bekanntes aus anderen Perspektiven zu betrachten, Unbekanntes zu entdecken und den Humor nicht zu verlieren.


Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 7)

20. April 2020

Mit den Hobbits durch die Krise:
Bilbo Beutlins Mitgefühl.

Als der Zauberer Gandalf die Geschichte von Gollum erzählt, der den tückischen Ring mehr als 500 Jahre besessen hat, ruft Frodo entsetzt aus: “Welch ein Jammer, dass Bilbo diese üble Kreatur nicht abgestochen hat, als er die Gelegenheit hatte.”

Woraufhin Gandalf antwortet: “Jammer? Es war Jammer, der ihm zu Herzen ging. Mitleid und Erbarmen geboten ihm Einhalt; ohne Not wollte er

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Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 6)

14. April 2020

Mit den Hobbits durch die Krise:
Merrys und Pippins lässige Art.

Die von den Orks entführten Hobbits wittern ihre Chance auf Befreiung, als eine Schar Reiter das Orklager angreift. Mitten im Schlachtengetümmel lassen sich Pippin und Merry auf lässige Hobbitart erst einmal ein Stück Wegbrot munden, bevor sie schließlich angeregt plaudernd vor den Kämpfen in einen unheimlichen Wald fliehen. “Kein Zuhörer hätte aus ihren Worten erraten können, dass sie Fürchterliches erduldet hatten und noch vor kurzem in füchterlicher Gefahr geschwebt hatten, ohne viel Hoffnung, dem Foltertod zu entgehen,” und sie auch jetzt noch keinesfalls sicher waren.

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Der hochinfektiöse Achtsamkeiterreger (Teil 5)

14. April 2020

Mit den Hobbits durch die Krise:
Samweis Gamdschies weites Herz

“… und im Herzen hast du es gewusst. Verlass dich nicht auf deinen Kopf, Samweis, er ist nicht dein bestes Stück”, schimpft Sam Gamdschie, als er herausfindet, dass die Spinne Frodo nur gelähmt und nicht getötet hat.

Zur Zeit höre ich “Herr der Ringe”. Das hab ich auch schon vor Corona

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Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 4)

7. April 2020

Stell Dir vor es ist Krieg – und keiner geht hin!

Sind wir wirklich im Krieg? So wie wir die letzten Jahre den Klimawandel, unser Mangel-Ich und den Rassismus bekämpft haben, machen wir es heute mit dem Virus und unseren Ängsten. Mangel-Ich, Klimawandel und Rassismus sind nicht besiegt, sondern höchst gegenwärtig. Warum sollten wir gegen das Virus und unsere Ängste plötzlich erfolgreicher sein?

Patienten verlieren den Kampf gegen den Tod, Faktenchecker jagen Fake-

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Fasten-Menü III

6. April 2020

festenmenü IV

Nun doch noch in der Karwoche kurz vor Ostern ein letzter aktueller Fastenvorschlag:

Absolute Gewissheiten

Ich werde zur Zeit überschwemmt von den unterschiedlichsten Informationen. Da sind offizielle Leitmedien, Verschwörungstheorien, die sich durchaus plausibel anhören, Statistiken, Prognosen. Freunde führen

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Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 3)

25. März 2020

Atmen als hinge das Leben davon ab.

Vielleicht erinnert uns diese pandemische Lungenkrankheit daran, wie kostbar der Atem ist? Das Leben beginnt mit dem ersten Atemzug und endet mit dem letzten.

In seinem Buch “Mit jedem Atemzug” erzählt Larry Rosenberg eine alte indische Geschichte: Alle fünf Sinne und der Geist trafen sich zu einer Konferenz der Fähigkeiten. Und wie das bei derartigen Versammlungen so

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Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 2)

24. März 2020

 

Bitte nehmen Sie Kontakt mit sich auf!

Nur zur Erinnerung: Nach wie vor ist es erlaubt, mit sich selbst und dem gegenwärtigen Moment Kontakt aufzunehmen. Es herrscht kein Social-Distancing-Gebot zu den eigenen Empfindungen, Gedanken und Gefühlen. Im Gegenteil: Noch nie war es so wichtig, bei Sinnen zu bleiben wie heute.

“Wir sprechen über, denken an, trainieren und schmücken den Körper, nehmen uns aber selten die Zeit, die Welt aus “seiner Sicht” zu erleben,

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Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 1)

24. März 2020

 

Covid19 ist ansteckend.

Angst und Ärger sind ansteckend.

Achtsamkeit auch.

 

Welche Eigenschaften brauchen wir in einer Krise wie dieser? Hilft es angstvoll, zornig, oder kampfbereit zu sein? Ist der rationale, Eigennutz maximierende homo oeconmicus nun der Mann der Stunde? Bringen uns Panik, Hysterie, Schuldzuweisungen und Untergangsstimmung weiter?

Wir wühlen in der Mottenkiste vergessener Werte und ziehen die schwerverstaubte Solidarität und den siechenden Gemeinsinn hervor und

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Fasten-Menü II

3. März 2020

(Stilleben von Wilfried Seeba)

Die evangelische Kirche empfiehlt in der Fastenzeit unter dem Motto “Zuversicht – Sieben Wochen ohne Pessimismus” das Positive und Hoffnungsvolle in den Blickwinkel der Aufmerksamkeit zu lenken. Keine leichte Aufgabe in einer immer komplexer werdenden Welt.

Wem die Latte dafür zu hoch hängt, kann es eine Nummer kleiner probieren:

Groll fasten

Groll ist, wenn ich einen verdorbenen Fischkopf in mich hineinstopfe und hoffe, dass dir die Gräten dabei im Halse stecken bleiben. Groll fasten bedeutet nicht, sich nie mehr zu ägern, Ungerechtigkeit hinzunehmen und oder gleichgültig zu werden. Groll fasten bedeutet zu experimentieren, wie es sich anfühlen könnte, uralten, alten und brandneuen Groll für ein paar Atemzüge nicht mehr mitzuschleppen. Falls Sie die Erfahrung machen sollten, dass Ihr Leben ohne Groll sinn- und nutzlos ist, können Sie ihn sich ja umgehend wieder zurückholen.

… zur Frage “Wie verderbe ich mir angenehme Gefühle”, S. 179 ff.

 

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Fasten-Menü I

26. Februar 2020

40 Tage keine Selbstvorwürfe servieren

Die Fastenzeit kann- auch von Nicht-Christen – als eine Zeit der Einkehr, Ruhe und Besinnung genutzt werden. In den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag fasten die einen Süßes, Fleisch, Alkohol oder Nikotin, andere probieren es mit Sozialen Medien, Fernsehen, Plastik oder Autofahrten. Hier nun ein weiterer Vorschlag:

Selbstvorwürfe fasten

Wie sähe das Leben aus, wenn wir uns nicht ständig selbst kritisieren, optimieren, kleinmachen und verurteilen würden? In der Fastenzeit üben wir 40 Tage lang, einfach einmal so zu sein, wie wir sowieso schon sind, und schicken den Wunsch, anders zu sein, als wir sind, in Kurzurlaub. Wir geben den Widerstand auf und sorgen so für Veränderung.

Und vielleicht entschließen wir uns nach Ostern, ihm ein ganzes Sabbatical-Jahr anzubieten.

“Gedanken lieben Schwierigkeiten”, S. 145

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