Der hochinfektiöse Achtsamkeitserreger (Teil 1)

 

Covid19 ist ansteckend.

Angst und Ärger sind ansteckend.

Achtsamkeit auch.

 

Welche Eigenschaften brauchen wir in einer Krise wie dieser? Hilft es angstvoll, zornig, oder kampfbereit zu sein? Ist der rationale, Eigennutz maximierende homo oeconmicus nun der Mann der Stunde? Bringen uns Panik, Hysterie, Schuldzuweisungen und Untergangsstimmung weiter?

Wir wühlen in der Mottenkiste vergessener Werte und ziehen die schwerverstaubte Solidarität und den siechenden Gemeinsinn hervor und hoffen, sie werden auch ohne Sauerstoffmasken überleben. Als dämmerte uns die Tatsache erst jetzt, dass alle und alles miteinander verbunden sind. In unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft mit ihrer Ranking- und Selbstoptimierungslogik hätte der Wahlspruch auch „Bekämpfe deinen Nächsten wie dich selbst“ heißen können.

Natürlich beginnt achtsam sein bei uns selbst, niemand anderes kann für uns bemerken, was wir sehen, spüren oder denken. Doch wie das Virus endet Achtsamkeit nicht an der eigenen Außenhaut. Innen und außen erweisen sich als trügerische Kategorien.

Vielleicht beginnen wir damit, das bestehende Kontaktverbot mit den eigenen Empfindungen, Gedanken und Gefühlen etwas zu lockern. Die von der Bundesregierung angeordnete Kontaktsperre gilt nicht für die eigene Person! Wieder zu Sinnen kommen, den Körper fühlen statt bewerten, sich Schmerz und Angst zuwenden, Gedanken als Gedanken erkennen, sich selbst annehmen, all dies ist heute wichtiger denn je. Vielleicht mögen Sie sich zehn Minuten Zeit schenken und annehmend und neugierig erfahren, wie es Ihnen von Moment zu Moment geht.

Eine Reise, die Sie jederzeit antreten können.

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