Der Wald und ich

Um zu vermitteln, was mit „achtsam leben lernen“ gemeint ist, habe ich schon in meiner Lehrprobe während der MBSR-Ausbildung das – im wahrsten Sinne des Wortes – organische Bild eines „Samens der Achtsamkeit“ gewählt. Geduld, Anfängergeist, Akzeptanz, Freundlichkeit und Mitgefühl bilden den günstigen Nährboden. Regelmäßige Achtsamkeitsübungen entsprechen dem Wässern und Düngen des Samens.

Ein ganzer Wald ist für mich die Metapher für achtsam leben lernen in der Gruppe. Kein Baum gleicht dem anderen, da ist eine bunte Mischung aus Laub- und Nadelhölzern, uralte Baumriesen und winzige Sprösslinge. Alle entstehen aus einem winzigen Samen und auch in jedem Menschen ist der Samen der Achtsamkeit bereits angelegt. So individuell wie Eichen, Buchen, Kastanien, Walnussbäume, Fichten oder Tannen sich entfalten, so trägt auch jeder einzelne Achtsamkeitssamen seine ganz eigenen Wachstumsbedingungen in sich. Als „Waldarbeiterin“ unterstütze und ermutige ich die Teilnehmenden meiner Kurse, spielerisch und neugierig herauszufinden, wie ihr ganz persönlicher Samen am besten gedeiht. So wachsen unverwechselbare individuelle Baumschönheiten heran, die gleichzeitig alle universellen Eigenschaften des Baumseins verkörpern.

Woher diese Vorliebe für die Wald und Bäume als Achtsamkeits-Metapher? Vielleicht weil ich als Tochter eines Forstmeisters schon als Kind viel im Wald war? Heute lebe ich am Rand des Ebersberger Forsts und gehe dort regelmäßig und leidenschaftlich gern spazieren und joggen. Ich höre dem Wald beim Rauschen zu, mag den Geruch von Harz und Moos und staune jedes Frühjahr auf Neue, wenn alles wieder grün wird.

Darum finden sich so viele Baum- und Waldbilder auf meiner Website. Besonders dankbar bin ich Gerhard Breinl, der mir Aufnahmen aus seinem persönlichen Archiv zur Verfügung gestellt und mit viel Geduld eigens Bilder für diese Seite produziert hat. Weitere Waldfotos stammen von Lukas Eidam und Linus Hölzel. Auch ihnen herzlichen Dank.

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