Ist Achtsamkeit teilbar?

Unachtsame Muttersau?

Der Pharmakonzern Bayer legt eine Studie zum Thema „Achtsamkeit“ in Familien vor.  Interessant, denke ich mir, das schaue ich mir an. Auf der Bayer-Website ist zu lesen: „Unter der Achtsamkeit, die hier untersucht wurde, versteht man nicht die aktuell häufig besprochene Achtsamkeit sich selbst gegenüber: die aufmerksame und akzeptierende Haltung gegenüber den eigenen Praktiken, Emotionen und Bedürfnissen. Hier geht es um die achtsame Zuwendung gegenüber Dritten. In diesem Fall genauer um die Aufmerksamkeit, Sorge und Empathie, die Eltern ihren Kindern und deren Bedürfnissen entgegenbringen.“

Da staunt der Laie und die Fachfrau wundert sich. Achtsamkeit ist also teilbar? Gibt es eine Achtsamkeit mir selbst gegenüber und eine gegenüber Dritten und die beiden Achtsamkeiten haben nichts miteinander zu tun? Die erste Achtsamkeit wäre dann eine  Art Selbstoptimierungsmethode, von der nur ich selbst profitiere, und die zweite Achtsamkeit eine Art elterliche Brutpflege.

„Achtsamkeit beinhaltet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen“, sagt Jon Kabat-Zinn.  Achtsamkeit ist die Fähigkeit, zu bemerken, was im gegenwärtigen Moment geschieht, und das schließt die eigene Person genauso ein wie Kinder, Kollegen, Freundinnen, Bekannte oder Fremde. Beim achtsam  leben lernen wachsen Selbstakzeptanz,  –vertrauen und –mitgefühl. Und auf dieser Grundlage gedeihen Akzeptanz, Vertrauen und Mitgefühl für die Menschen um mich herum. Achtsamkeit ist nicht teilbar.

 

 

 

 

Kommentare sind geschlossen